16.06.2010

DANIELS LIVE-CLASSICS - Teil 6: "Anything but love" in Cottbus

Freitag, 30. April, Spree-Galerie, Cottbus.


"Und jetzt kommt... DER SONG!"... Er sagt es in seiner besten Trash-Metal-Voice, fehlt eigentlich nur noch die Devil-Horn-Geste... "Jetzt kommt... ANYTHING BUT LOOOVE....". Aha, das soll wohl eher wie Barry White klingen. Und dann ein halb belustigtes, halb schicksalsergebenes "... und ihr singt bitte alle mit..."


"Anything but love" ist sein Siegersong, der Song, den alle kennen, der Song, der irgendwie dazu gehört und vielleicht sogar immer dazu gehören wird. Der Song, der eine Belastung ist. Wahrscheinlich hasst Daniel ihn nicht... aber ganz bestimmt liebt er ihn auch nicht. Und hat das wohl nie. Bei den letzten Auftritten hat er ABL entweder weggelassen oder seine schwindende Lust darauf, diesen Song zu singen, durch akute Crazyness demonstriert. Letzteres besonders charmant in Cottbus.


Mit breitem Grinsen und Stevie-Wonder-Gestik stürzt er sich in den Song, klettert mit dem Mikro ins Publikum... "Wollt ihr singen?" - "NEIN!" - "Wieso denn nein??? Ihr singt ihn mit, okay?"... 


Und dann kommt das "When I get older..." doch wieder mit dieser Engelsstimme, und man verzeiht Bohlen den Song augenblicklich. Den Rest der Strophe "singen" ein paar Mädels aus dem Publikum ins Mikro, wollen es gar nicht wieder her geben, und Daniel zuckt gespielt resigniert mit den Schultern: "Ich kann ja auch gehen, ciao..." 


Und dann gehts los... falscher Text... "Ihr bringt mich ganz durcheinander mit eurem Gesinge..." und "Ich hab das noch nie gesungen, was ist das für ein Lied?"... Das Publikum schreit den Refrain, große Schlagergesten von Daniel... "Baby, will you trust me... will you?"... Eine Mörder-Parodie...


"Come, take my heart..."
Foto: Gloggsi


Aber dann kommt der Moment, in dem man Daniels Zuneigung für DEN SONG, für sein ältestes, wenn auch nur adoptiertes Kind, doch wieder spürt.  Beim "I kiss away the pain..." wird er wieder ernst, setzt sich, versinkt im Song, und es ist wieder ein wenig so wie damals, im DSDS-Finale, ein Moment, in dem man ganz kurz Bohlen vergessen und sich einfach nur auf diese Stimme und das Gefühl darin konzentrieren kann. So ein Moment, wie ihn seine Fans auch schon oft bei der Live-Version von "It's a lonely night" erlebt haben. Der Spruch "It's the singer, not the song" war nie wahrer. 


Der Moment ist bald vorüber, und der Clown kommt wieder zum Vorschein. Den Schlussrefrain darf wieder das Publikum grölen ("Ich merke ja, dass ihr es unbedingt WOLLT!"). Schlussakkord. "Das war eine schwere Geburt..."... aber auch die Geburt eines Musikers, der sich spielerisch von alten Fesseln löst, ohne die Vergangenheit zu verleugnen.


Kommentare:

  1. genau so war es in cottbus.DANIEL kann die massen unterhalten ohne irgendjemanden in die pfanne zu haun.er ist unglaublich.man möchte immer mit ihm zusammen sein.

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  2. Geil , Schön geschrieben! Seh ich genauso ♥

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  3. Daniel ist MAGISCH
    er hat mich verzaubert, nicht nur in Cottbus! ;-)

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  4. Sehr schön geschrieben....Daniel zieht einfach jeden in seinen bann, ich bekomm niiie genug vom ihm...ich liebe seine live auftritte

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  5. Super geschrieben! Erinnerungen werden an diesen tollen Abend in der Spreegalerie wieder wach! *hach*

    Aber Moment, ich habe nicht den falschen Text gesungen!!! Es war nur der falsche Takt! *klarstell* :)))

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  6. Ich find es ehrlich gesagt schade, dass dieses Lied von ihm so "verkohlt" wird. Man mag von dem Song halten, was man möchte, aber durch dieses Lied ist er Sieger von DSDS geworden! Es gibt viele Künstler, die ihre Anfänge verleugnen, aber warum??? Diese Anfänge waren immerhin der Anfang, oder?

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  7. Vielen Dank für diese Comedy-Einlage! Vor lauter WWFM-Begeisterung bin ich immer gar nicht bis ABL gekommen...

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  8. ....was sein schöner Bericht, war zwar nicht da, habe mich aber schon so köstlich über die Videos zu dieser Szene amüsiert....Daniel zieht einen einfach magisch an, mit seiner frischen, unbekümmerten Art, seinem unbändigen Willen die Fans zu begeistern....aber dazu, braucht er nur er selbst zu beleiben, ein Lied zu singen und das wars..... mmmmmhhh, *seufz*

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  9. Ach...was wäre ich gerne dabei gewesen :-(
    Aber deine Beschreibung lässt uns ja ein bisschen teilhaben...danke :-)

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  10. Ich habe den Charm und die leichte Ironie dieses Artikels wohl verstanden.
    Wenn der Text auch ein wenig zu Wünschen läßt, so liebe ich "Anything but love" immernoch sehr.
    Es ist Daniels Stimme, seine Mimik, seine Gestik, sein ganzes Erscheinungsbild, was mich so beeindruckt. Ich schau mir das Video immer noch sehr gerne an.
    Bin aber auch froh, seine Weiterentwicklung zu verfolgen.
    Ich denke, Daniel wird sich, musikalisch, noch oftmals verändern.

    Ich bin so gespannt auf "Feel".

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  11. Er ist soooo, wie oben beschrieben. Ganz toller Beitrag. Danke an den Verfasser. Ich hoffe, dass er noch lange seine Sangeskünste unter Beweis stellen kann.
    Wir als Fans werden ihn immer immer immer dabei unterstützen.

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  12. Wer DAniel einmal persönlich kennengelernt und ihn live singen hörte, der ist ihm auf Lebenszeit verfallen... Er ist sich dessen (noch) gar nicht bewußt und weiß auch noch nicht, welche Wirkung seine "schmutzige" Stimme und der Blick aus seinen wunderschönen blauen Augen auf das weibliche Geschlecht ausübt. Gut, daß er es noch nicht weiß, es würde ihn (noch) überfordern.

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  13. @anonym über mir: hältst du ihn für blöd, oder wie? klar ist er sich dessen bewusst, er ist ja nicht 12...

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