18.06.2010

Den Teufelskreis durchbrechen... Wie die öffentliche Meinung über Daniel Schuhmacher zustande kommt

Wenn man das Phänomen Daniel Schuhmacher einmal sozialwissenschaftlich betrachtet, kommt man am Begriff der "self fulfilling prophecy" nicht vorbei. An einer Vorhersage also, die sich nur deshalb erfüllt, weil sich der Vorhersagende - unbewusst oder bewusst - so verhält, dass sie sich erfüllen muss. Auf die Berichterstattung der Presse über Daniel und die Wahrnehmung Daniels in der Öffentlichkeit trifft dieser Begriff 100prozentig zu.

© RTL
Von "Oh, wie süß!"...

Sprich: Journalisten und selbsternannte Meinungsmacher prophezeiten Daniel von Anfang an, dass er keine Chance haben wird, sich im Musikbusiness zu behaupten - und taten von Anfang alles, um diese Prophezeiung wahr werden zu lassen. Ignorierten Daniel direkt im Anschluss an das DSDS-Finale komplett (seriöse Presse) oder aber redeten selbst Erfolge schlecht (unseriöse Blogs). Bestes Beispiel: Der Bericht im Berliner Tagesspiegel am Montag nach dem Finale: Da lobte der Journalist das Talent des "unverwechselbar klingenden Samtbarden", um ihm im gleichen Absatz jegliche Chancen auf eine seriöse Karriere  abzusprechen.

Bei der Berichterstattung wird sich nicht einmal ansatzweise die Mühe gemacht, zu recherchieren, nicht einmal für einen kurzen Google-Suchlauf wird sich Zeit genommen. So kommt es immer wieder zu Unglaublichkeiten wie der Frage "Was macht eigentlich Daniel Schuhmacher?", die man mit einem kurzen Blick ins Internet leicht beantworten könnte. Das Problem ist: Niemand WILL etwas finden, denn dann würde sich die "Prophezeiung" der Presse und der Öffentlichkeit, dass aus einem DSDS-Sieger nichts werden kann, vielleicht nicht erfüllen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Ein anderes Beispiel für die Wahrnehmung Daniels in der Öffentlichkeit ist auch die Meinungsbildung des durchschnittlichen Musikfans. Diese kann im Fall von Daniel kaum stattfinden, da in den diversen Musikforen eine Auseinandersetzung mit einem Musiker wie Daniel nicht stattfinden "darf". Das führt soweit, dass in einem renommierten Internetforum wie dem von www.rollingstone.de Threads über Daniel einfach geschlossen werden, weil man ihn als Teilnehmer einer Castingshow nicht für würdig hält. Dass eine musikalische Entwicklung stattgefunden hat und noch stattfindet, wollen die User nicht hören. Diese trotzige Weigerung zum Diskurs ist typisch für "seriöse" deutsche Musikfans und auch Musikjournalisten, die einfach Berührungsängste haben, wenn es um Musiker geht, die a) sehr viele junge Fans haben, b) sehr viele weibliche Fans und c) ihr erstes Album im Anschluss an einen DSDS-Sieg und nicht erst nach 20 Jahren Tingelei durch Keller-Clubs vorgelegt haben oder wenigstens aus einem Londoner Vorort kommen und Heroin spritzen. Und so kommt es dazu, dass im deutschen Musik-Diskurs für jemanden wie Daniel Schuhmacher kein Platz ist, egal, wieviel Talent man ihm zuspricht.

© Shelly
... zu "Coole Sau!"... eine Entwicklung (fast) unter Ausschluss der Öffentlichkeit... 

Der Denkfehler dabei: Die Journalisten übersehen die eigene Rolle bei der ganzen Geschichte und führen die Ereignisse dann als Beweis für die eigene Vorhersage an. Einfacher ausgedrückt: Der Journalist will nicht - aus welchen Gründen auch immer - dass Daniel Schuhmacher Charterfolge vorweisen kann oder als Künstler anerkannt wird. Deshalb berichtet er nicht oder unzureichend/falsch über ihn. Was zur Folge hat, dass Daniel in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Was wiederum zur Folge hat, dass die Öffentlichkeit die CD's nicht kauft, weil sie gar nichts von ihnen weiß. Ein Teufelskreis.

Den es zu durchbrechen gilt. Daniels neue Single steht an, danach das neue Album. Darauf zu hoffen, dass Qualität sich irgendwann durchsetzen wird, ist die eine Möglichkeit. Der Gedanke, dass es auch Vorteile hat, dass Daniel sich beinahe schon "im Geheimen" als Künstler neu erfinden konnte, ohne die ganze Zeit im Rampenlicht zu stehen, ist ja nicht der verkehrteste. Die andere Möglichkeit ist, aktiv daran mitzuwirken, das Bild, das die Öffentlichkeit von Daniel Schuhmacher hat, zu ändern. Daniel selbst tut dafür schon mehr als genug, indem er einfach ist wie er ist, sich in Lichtgeschwindigkeit weiterentwickelt und immer nach vorne schaut. Unser Job ist es nun, ihn dabei zu unterstützen, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und einfach nur die Zukunft zu sehen. Das bedeutet auch, sich nicht mehr in irgendwelchen Voting-Nischen a la "Wer ist der beste DSDS-Sieger?" zu verkriechen, nur weil dort so einfach und schnell Erfolge zu erzielen sind, oder sich über hirnlose Kommentare von irgendwelchen Losern auf youtube aufzuregen, die nur Vorgekautes nachplappern, sondern ein neues Fan-Selbstbewusstsein zu entwickeln, neue Wege zu gehen und neues Terrain zu erschließen. Und vor allem auch, Menschen als Fans hinzu zu gewinnen. Wie genau das aussehen könnte, müssen wir alle zusammen herausfinden. Das ist unser Job für die nächsten Wochen und Monate.

Kommentare:

  1. super, super, super geschrieben....es ist genau dass. Es kann nicht sein, was nicht sein darf oder ....."aus DEM wird doch eh nichts, von DEM hört man nichts in Funk und Fernsehen"...wie oft habe ich das schon gehört.
    Aber die, die DASS sagen werden sich noch wundern...denn "es wird sein, denn er wird sein"....auch weiterhin---------->Danke für diesen Bericht

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  2. wow...der bericht ist wirklich klasse...alles wahr...wir müssen versuchen,noch mehr leute auf daniel aufmerksam zu machen...seine entwicklung ist einfach unglaublich...wenn die journalisten das nicht sehen,dann ist das ihr problem...wir werden dafür kämpfen,dass daniel weiterhin seinen erfolg hat,den er durch seine tolle arbeit verdient...daniel...you´ll never walk alone...

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  3. ja,da fangen wir doch gleich mal an uns gedanken zu machen,wie die da draußen auch in den genuß DANIEL SCHUHMACHER kommen können.
    es giebt noch viel zu tun,packen wirs an!

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  4. Ich nehme den Job gerne an...und werde alles, mir mögliche, tun um diesen "Job" gut zu machen :-)
    Einer für alle...alle für einen :-)
    Das hört sich jetzt kitschig an...ich mein es aber genau so ;-)

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  5. ich wünschte mir für ihn einen internationalen auftritt, dazu braucht er fans im ausland, mit myspace ist ein grundstein gelegt, denke da z-bsp- an cascada , die hatte in england zu erst erfolg dann erst in deutschland, nachdenklicher blog, so ist das musikgeschäft

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  6. Den Nagel auf den Kopf treffen ist nicht einfach!!!! In diesem Blog super gut gelungen!!!! LG Svend

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  7. Toller Beitrag und logisch geht´s jetzt darum Daniel stattfinden zu lassen wo´s immer auch geht:)
    Dies ist für mich ja nicht uneigennützig, ich freue mich auf ganz viel Stimme, Songs und weiss der Kuckuck was noch vom Daniel zu hören sein wird:)
    Ausserdem finde ich das outfit der Blogs abwechslungsreich und dadurch eben auch immer wieder neu sehens- und lesenswert:)

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  8. Der Text stimmt echt...schlimm..aber wir könn das schaffen:)
    PS: Des neue Desing find ich nich so gut..also die Scheinwerferstrahlen hinterm Text...strengt bei Lesen ...find ich..ziemlich an...also ansonsten find ichs klasse:) aba den hintergrund hinterm text wür ich einfarbig machen:)
    gggLg Katha:)

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  9. Der Blogschreiber hat es richtig erkannt. Daniel muss weg von seinem DSDS-Image, er muss seine Fanbase vergrößern und die neue Single und das Album soll ein Erfolg werden. Nur bis jetzt beschränken sich die Aussagen im blog und in den meisten Kommentaren nur auf "muss", "soll", "ich wünschte", wichtiger ist das "wie machen wir es". Es müssen konkrete Ideen her und nicht nur fromme Wünsche. Der Ideenpool ist eröffnet, gebt euren Gedanken freien Lauf; die Single erscheint im August, das Album ist schon weit fortgeschritten und könnte im Spätherbst auf den Markt kommen.
    Dass "feel" und "Nothing to loose" ein Erfolg wird, erfordert konkrete PR-Maßnahmen von uns Fans.
    Zitiere einen Kommentator: "Packen wir es an"!

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  10. Sehr gut geschrieben ansonsten stimme ich Katharina schoen zu.

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  11. Sehr gut geschrieben,ansonsten bin ich der gleichen Meinung wie Katharina schoen.

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  12. Birdy, Du hast es mit genau den richtigen Worten ausgedrückt.
    Auch dieses Mal wird die Promo für "Feel" seitens des Managements ausbleiben(warum sollten die ihr Verhalten ändern ?) Wir können das nicht ausgleichen, sondern höchstens etwas "abmildern" durch die richtige Strategie. Nur: wie könnte die aussehen?

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  13. genialer Blog, marmelade!!!!!!!!! RESPEKT, du verstehst dein Handwerk!

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  14. Ich hätte es nicht besser formulieren können,das ist genau der Punkt, was so hier in Deutschland abläuft.Vor allen Dingen das hochgepushe von Lena,in unserer Berliner Zeitung steht so gut wie jeden Tag was drin,sogar dass sie ihr Abi hat,ich meine es gibt so viele die ihr Abi mit Auszeichnung gemacht haben. Ist doch nichts besonderes, ich finde sie wird zu sehr politisiert. Daniel macht seinen Weg,das wissen alle seine Fans.

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  15. Ein wirklich treffender Artikel, ich bin begeistert. Auch ich erlebe täglich, in meinem Umfeld, dieses nachsichtige Lächel meiner Gegenüber, wenn ich mich als Daniel Schuhmacher - Fan bekenne. Meistens kommt die Frage, gibt`s den noch? Irgentwo habe ich mal einen Spruch aufgefangen, ungefähr so: In diesem Leben fürchte ich nichts mehr, nur die Dummheit der Menschen.
    Kämpfen wir weiter für Daniel, der Kampf ist nicht vergeblich.

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  16. Toller Blog...! Trifft den Nerv! Sich ganz selbstbewusst als Daniel-Schuhmacher-Fan zu erkennen zu geben, über seine Musik und seine Qualitäten als Live-Sänger zu erzählen, wo immer sich ein Gespräch über Musik entwickelt ist für mich Selbstverständlichkeit. Und ich erfahre dabei nichts Negatives. Daniel muss neue Fans dazugewinnen, was ja nun nicht gerade leicht ist, wenn man in den Medien nicht so präsent ist wie z.B. Lena (um Aufmerksamkeit kämpfen muss sie nun wirklich nicht). Dabei will ich nicht sagen, dass ich Lena`s Musik nicht mag... Nun ja, die Welt ist nun mal nicht immer gerecht, ist eben so. Umso wichtiger ist es für jeden Fan, andere auf Daniel aufmerksam zu machen, also ich bin da gerne dabei :-)

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