27.06.2010

DER GAST-BLOG: Daniel Schuhmacher über die Arbeit im Studio

Hey,

nachdem ich die letzten Tage immer mal wieder geschrieben habe, dass ich im Studio bin und momentan viel aufnehme, will ich euch mal kurz nen Überblick geben, wie so ein Aufnahmetag abläuft.

Also, erst hören wir uns nochmal in den Song rein und gehen den Text nochmal durch. Wenn ich das Gefühl hab, ich bin in dem Song drin, gehts in die Tonkabine, und es wird 2-3 mal der komplette Song durchgesungen. Da wird gecheckt, ob die Tonlage passt, ob die Lautstärke auf den Hörern für mich ok ist und ob ich eventuell fürs Gefühl auf der Stimme irgendwelche Effekte will. 

Eine ganz andere Arbeit als auf der Bühne...
Foto: Gloggsi

Der Produzent checkt dann noch ab, wie laut ich singe, und stellt alles ein, damit z.B. kein Übersteuern auftritt (ich singe ja immer etwas lauter :-P). Dann kann man mit der Aufnahme anfangen. Es werden im Regelfall immer zuerst die Strophen aufgenommen. Pro Strophe werden mehrere Takes aufgenommen, bis man das Gefühl hat, es sind viele richtig gute dabei und man hat was man braucht. 

Danach werden je nach Song die Bridges aufgenommen, wo auch wieder mehrere Takes recorded werden. Wenn man dort gutes Material hat, gehts zum Refrain. Wenn dann alle Parts aufgenommen sind, gehts an die Chöre bzw. an die 2. Stimmen. Man singt also über den Gesang, der schon aufgenommen ist, an bestimmten Stellen nochmal eine 2. oder auch 3. Stimme drüber. 

Diese Stimme zu finden ist in meinem Fall immer ne Herausforderung. Bis vor nem Jahr fiel mir sowas extrem schwer, da ich davor nie eine 2. oder 3. Stimme bzw. Chöre gesungen hatte. Aber durch die vielen verschiedenen Songaufnahmen im letzten Jahr hab ich darin mittlerweile mehr Erfahrung und es klappt viel besser :-). Wenn man dann mit allen Teilen durch ist, werden noch adlips eingesungen (ICH HOFFE DAS IST RICHTIG GESCHRIEBEN; Anm. d. Red.: Ist es!), sprich, ich singe über den Refrain nochmal ein paar Sachen (zum Verständnis z.B. ein typischer Christina Aguilera atlip: Oooooooooooooh yeahyeah uuuuuuuuuuuuuuuhhhhhhhh ;-)). Da bleibt mir dann Freiraum, eigene zu erfinden. Natürlich können bestimme Parts länger dauern, wenn man das feeling nicht hinbekommt oder bestimme Töne nicht schafft. Somit kann so eine Aufnahme auch länger dauern.

Bei mir läufts in den letzten Tagen überraschend gut. Die Songs sind nämlich teilweise wirklich ne Herausforderung, weil es im Vergleich zu den Songs, die ich davor gemacht habe, schon ne Veränderung ist. Aber das Gefühl hat im Regelfall gestimmt und ich kam ziemlich schnell rein. Ne Sache, auf die ich z.B. immer achten muss, ist es, deutlich zu singen. Ich spreche/singe manchmal einige Sachen nicht deutlich genug aus. Das sind aber Kleinigkeiten, auf die einen der Produzent schnell aufmerksam macht.

Man spricht nach jedem Take nochmal darüber, was man noch besser machen kann bzw. was man schon gut macht. Somit ist es nicht einfach, einen Song aufzunehmen und benötigt viel Konzentration und Energie.

Ich hoffe, ihr habt jetzt nen kleinen Einblick davon bekommen, was ich die letzten Tage so gemacht habe und die nächsten Tage noch machen werde.

Lg Daniel

Kommentare:

  1. Danke für den Blog, Daniel!
    Ich freu mich immer wieder unglaublich, wenn du so viele Dinge mit uns teilst und uns Einblicke in dein Leben haben lässt. :)
    Hab wieder mal viel erfahren was ich echt bislang noch nicht wusste.
    Wenn dir die Songs gefallen, damit zufrieden bist und Spaß hast - dann ist doch alles super und das Album kann kommen. :)
    Ich freu mich drauf! Das Ding wird rocken! :)
    Ich wünsch dir ganz viel Erfolg! ♥

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  2. danke für die einblicke, für mich gerade kopfkino

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  3. Uff..............ne ganze Menge Input und ich kann mir vorstellen, dass man nach einem Tag im Studio so erschöpft sein kann, wie nach einem Halbmarathon ;-).Vor allem, wenn das Ergebnis mal hinter den Erwartungen herhinkt!
    Aber dein Bericht, wie's grade läuft, klingt ausgesprochen optimistisch und solange du danach immer noch so viel Power hast, dass du noch Songtexte schreibst.....da kann ich mich entspannt zurücklehnen, das Album wird ganz sicher einschlagen!!!

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  4. das sind tolle und interessante Infos....ich wollt schon immer wissen, wie das alles abläuft. Ich kann mir vorstellen dass da viel harte Arbeit dahinter steckt, bis der Song endlich zu aller Zufriedenheit aufgenommen ist....vielen Dank für diese Einblicke!!!

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  5. Das hört sich ziemlich kompliziert an. Ist es sicher auch aber es macht dir Spaß, das merkt man :-)
    Danke, dass du uns einen Einblick in deine Studioarbeit gibst. Also… ich wüsste sonst nicht wie so ein Lied zustande kommt…oder wie schwierig es sein kann. Viel Spaß noch bei deiner Arbeit :-D

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  6. Sehr interssant,mal hinter die Kulissen zu gucken;danke dafür. Ich bin mir 100% sicher,dass das Album großartig wird.

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  7. Danke für die Einblicke, Daniel ... hochinteressant

    Jetzt kann man sich so richtig vorstellen, dass ein Song nicht "mal eben schnell" aufgenommen wird, sondern dass da richtig harte Arbeit drin steckt, erst recht dann in einem ganzen Album ...
    bin mir ganz sicher, dass "nothing to lose" meeeega wird ...

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  8. Tausend Dank Daniel, total spannend! Hatte bisher wenig Vorstellung davon! Und es müssen Hammersongs sein, wenn sie eine Herausforderung für Dich waren! Es wird ein super, super, super Album!!!!!!!!!!!!!
    Eine Frage noch zu vorher, wie bekommst Du die Songs 'vorgestellt' und nach was wählst Du dann aus??

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  9. Danke Daniel für den Blog und den interessanten Einblick in deine Arbeit..:-)Dass du mit den Ergebnissen so zufrieden bist, macht nun alles nur noch spannender..:-)Ich freu mich so sehr auf deine Songs...

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  10. Ganz herzlichen Dank, dass Du uns Einblick in Deine Studio-Arbeit gewährst-ist ein unermüdliches Geduldsspiel und harte Arbeit, bis so ein Song eingesungen wird. Dass Du nach so einem Arbeitstag noch Power hast, selber Songs zu schreiben, ist echt der Oberhammer!! Du bist wirklich Musiker durch und durch!!:-)))

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  11. Schön, Daniel, dass du mal alles so detailliert erklärt hast.
    Wenn du einiges nicht so deutlich singst, dann empfinde ich das immer als "lässiges Englisch" - das gefällt mir eigentlich besonders gut.
    Etwas "anders" empfinde ich es, wenn du "Dialekt" singst - z.B. Treams statt Dreams.....das ist dann ein bisschen zu "deutsch".....(aber liebenswert)<3
    Aber danke für den Einblick - man lernt nie aus.

    Und ich freu mich wie verrückt auf dein Album!

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  12. Danke Daniel,für die eindrucksvolle Schilderung eines Studiotages :-)Bin jetzt voll im Bilde ;-) Kann gut nachvollziehen,daß es eine Menge Energie und Konzentration braucht,einen Song aufzunehmen!Aber,ich lese heraus : Dir macht es Spaß,das ist die Hauptsache ! Deshalb weiß ich : "Nothing to lose" wird gigantisch!!!!!

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  13. Man hat nach deinem blog das Gefühl dabei gewesen zu sein ;-)))....danke dir für den Einblick in den Ablauf eines Studiotages, keine leichte Sache :-/....aber du schreibst es hat Spass gemacht und du wirst täglich in Allem besser, wüsste nicht ob ich es so hinbekäme ;-)warscheinlich nicht...
    Die ganzen Aufnahmen für das Album versetzen dich in GLÜCKLICHSEIN und ZUFRIEDENSEIN....dann wird das Album einfach nur HAMMER ♥ und ich freue mich riesig es endlich in den Händen zu halten und in meine Anlage zu schieben um dann GENUSS PUR zu erleben!!!!!!

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