08.11.2012

DER GASTBLOG: Gebrettert und Gerockt!



heute von Swini

Samstag, 3. November 2012... Tourauftakt in Oberhausen

Pünktlich um 20.32 kam eine Stimme mit den ersten Tönen zu „Rolling Stone“ aus dem Hintergrund der Bühne. Erstmal nur Stimme. Stimme pur. Das bedeutete auch Gänsehaut pur. Die erste Strophe sang Daniel komplett acapella. Mit fest sitzenden Tönen ließ er das zahlreich anwesende Publikum zuerst mal schweigen und nur zuhören. Als die Musik einsetzte, hämmerten die Beats und die Bässe schön harmonisch durch den Schacht...und waren auch in einigen Magengegenden spüren. ( Wenn der Magen „mitpocht“ ist es gut! )

„Rolling Stone“ als "opener" zu nehmen war eine wirklich gute Wahl.
Ein schöner Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.
Und so ging es dann direkt mit „Why do I cry“ weiter. Power, Angriffslust, Beats, Bässe und Echos. Alles passte und durch das Vibrieren des Bodens holte er selbst die Sitzenden von den Hockern.

„Shady side“: Sofort und ohne umständliche Einleitung kam er mit voller Stimmdröhnung zum Thema. Die Bässe hämmerten im Brustkorb und das Schlagzeug in den Ohren. Verdammt geile Kombination. Die Dramatik, die den Song hielt und die Stimme so unverwechselbar werden ließ, hatte eine Macht, die Schattenseite lebendig werden zu lassen.




„Dim the lights“: Tanzbarer Song mit schnellen Beats und Ohrwurmgefahr. Flüssige Melodie, die richtig Stimmung macht. Am Ende nochmal mehr zu dem Song.

„Over“: Hohe Töne liegen ihm genauso. Bei „Over“ kamen sie fast federleicht locker und flüssig. In Verbindung mit der kraftvollen Stimme, mit der er die Menge mitriss und in seine Musik entführte. Das Schlagzeug im Pulsrhythmus war so überzeugend wie die Stimme.
Nichts ist „over“, es fängt erst an!


„Fluctuating Mood“: So verhalten wie der Song am Anfang war, genauso drehte er dann auf. Das Tempo der Beats und seine Stimme bestimmten die Ausdruckskraft. ( Da war aber mindestens Fußwippen angesagt. )

Im ruhigen Moment dieses Konzerts sickerte bei der Kombination aus „Doleful / Your Revenge / Halleluja“ das Gefühl so weit unter die Haut, dass es dort unweigerlich wieder zu „Gänsehaut mit Wohlfühlprogramm“ führte. Daniel hockte auf seinem selbst gebauten Podest und ließ jeden mitfühlen.
( Frau Braun, neben mir, hatte schon Hochwasser in den Augen. ) 



Der kleine gelbe heimliche Star des Abends, ein Podest, wurde von seinem Erbauer gerne genutzt.
Stehend, sitzend...das Ding hielt. Gute Handarbeit.

„On A New Wave“: Mit reichlich Beats stehend vom Podest runter gesungen ( von da oben hat man sicher einen guten Blick ins Publikum ) hämmerte er den Song bis in die letzte Reihe.

„Vertigo“: Aussagekräftig und intensiv, unterstrichen mit dezenten, wirkungsvollen Gesten, brachte Daniel den Song konzentriert unter die Menge. Der Song lässt das Gehirn ja gerne mal schweben.


„Gold“: Synthesizer Klänge, am Anfang, die seiner Stimme viel Freiheit ließen. Mann kann auch hohe Töne schön rausballern. Der Wechsel zwischen den langsamen verhaltenen Strophen zu dem ungefiltert raus gebrüllten Refrain ist nicht nur Wachmacher, um bei den Strophen abzudriften. Das passt! Das muss so sein!


„Propaganda“: Ein neuer energiegeladener Song bei dem alle zum Mitsingen eingeladen wurden. O-Ton Daniel: „Ich bin der Vormachdummi!“ ...und seine Performance dazu war auch extrem geil. Nachmachen ging nicht so richtig, aber Mitsingen schon. Allerdings war der Song so ungewöhnlich und nagelneu, da gingen die Fangesänge ein wenig unter. Das wird sich aber sicher im weiteren Verlauf der Tour ändern. Lernfähigkeit ist eine Eigenschaft die fast jeder Freak mitbringt.


„Touch me“: Die 3. Tour mit „Touch me“. So oft gehört und jedes Mal toucht er wieder. Er ballerte mit Herzblut den Song in die Venen der Zuhörer, was zur Folge hatte, dass der Saal begeistert mitsang.

„Heart of Stone“: Dieses `Herz aus Stein´ macht melancholisch und geht bis an die Substanz aller angesammelter Emotionen. Keine Ballade im eigentlichen Sinn. Dafür war der Song zu hart, zu stark, leicht vorwurfsvoll, ein wenig verbittert und anklagend. Sehr intensiv und überzeugend gesungen. ( Nichts ist so hart, als dass es einen kaputt macht. )



Bei „Dancefloor“ ging es wieder über die Bühne. Daniel nutzte sie bis zum letzten kleinen cm. Mit den mittlerweile 3 Textänderungen im Refrain hat Dancefloor schon einiges mitgemacht. Hörte sich aber immer noch genauso gut an....und sah auch gut aus. ( Das Auge freut sich drüber. )

„Frozen“: Mit schnellen Beats versehen und da fast jeder diesen Song kennt, wurde auch alles von allen mit gesungen. ( Frau Braun war fast ekstatisch! )

Erste Zugabe: „I lose myself in the music“: Mitgrooven ist angesagt. Weiche und rhythmische Bewegungen ( von rechts nach links ) ziehen sich durch die Menge. Eine Tanzeinlage auf der Bühne inklusive. Die Aufforderung zum Mitsingen bleibt nicht ungehört. Der Text geht leicht über die Lippen und die Melodie bestimmt den Groove.

Zweite Zugabe: Nochmal „Dim the lights“: Das Licht wurde nicht gedimmt....da gings nochmal richtig ab. Textlich eine sehr angenehme Abwechslung. Konkrete Aussagen über das was wirklich ist.“You suck! What the fuck! Shut up!“ ( Der Text dazu wäre schön. ) Da es bei einem Konzert ja keine Zensur gibt konnte auch niemand den Text „weg piepen“.

Um die Titel der neuen Songs zu kennen, gab es zum Glück eine Setliste. Danke dafür!
Ein großes Kompliment noch an die Musiker Eric Krüger, Benedikt Stehle und Bernhard Selbach: Gute Arbeit! Leute die Spaß an ihrem Job haben sieht man gerne dabei zu... :)

Man konnte es ja schon von Anfang an ahnen. Bei dem Tempo, das Daniel vorlegte, ging es darum den Schacht zu rocken, den Leuten einzuheizen und selbstbewusst die „Rampensau“ raus zu lassen. Aus der so genannten „Rampensau“ wurde, ( oder war es von vorne herein schon klar? ) ...ein Drache. Bissig und stachlig. Bissig im Text und stachlig auf den Schultern. ( Hey, das Shirt war sehr stylisch! )
Für die weiteren Konzerte dieser Tour ist, aus meiner Sicht, zu sagen: Weichgespült ist nicht mehr...! Es wird laut, es wird schnell und es wird sich nicht aufhalten lassen. Und das hat nur einer in der Hand.  (Und hoffentlich lässt er sich das nie aus der Hand nehmen. Ein Künstler, der das tut, was er möchte und kann, ist hundert Mal besser und überzeugender als jemand, der nur das macht was andere von ihm erwarten. Daniel, bleib speziell und stachlig! )


Mein Fazit für Oberhausen:
Die Bude kaputt gerockt und ohne Zurückhaltung alles weg gehämmert...


der Blog sagt danke für die Pics!

Kommentare:

  1. Danke swini voll geil geschrieben!!!!!!!!!! So wars im Schacht.....die Bude und Daniel haben gekocht ;) Die Bilder sind einfach *HACH* :)))))

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  2. Klasse geschrieben,klasse konzert und tolle Fotos.
    Bin echt begeistert

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  3. Exzellenter Bericht von swini, alles auf den Punkt gebracht. Sehr, sehr gut beschrieben. Konzert Deluxe, vom Feinsten in Oberhausen. Der Schacht hat gebebt. Daniels Performance und Gesang kam einem Erdbeben gleich. Weiter so, genau die richtige Mischung.
    Dankeschön Daniel.

    Liebe Grüsse von Petra (Freude)

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